LIEBLOSIGKEIT MACHT KRANK – LIEBEVOLL LEBEN HEILT
90% der Zivilisationskrankheiten durch Lieblosigkeit zu uns selbst – Nonnen-Studie zeigt: Alzheimer-Gehirne ohne Demenz! Kohärenz aktiviert Selbstheilungskräfte.
Das Gespräch mit dem renommierten Neurobiologen dreht sich um eine zentrale Frage: Macht Lieblosigkeit krank? Die Antwort ist eindeutig – und betrifft uns alle im Alltag. Wenn wir uns vorstellen, in einer Welt zu leben, in der wir liebevoll mit uns selbst umgehen, verändert sich automatisch auch unser Umgang mit anderen Menschen und der Natur. Doch genau hier liegt das Problem unserer Zeit: Stress, Hektik und Zeitmangel lassen diese Grundhaltung auf der Strecke bleiben.
Das Wichtigste auf einen Blick
1
Der Verlust der Selbstfürsorge
Wir haben uns daran gewöhnt, eigene Bedürfnisse zurückzustellen. Aber auch Talente und Gaben bleiben durch mangelnde Selbstzuwendung unentdeckt. Stattdessen jagen wir Vorstellungen von Erfolg, Karriere und Besitz nach. Dieser Umgang ist nicht nur gegenüber anderen lieblos, sondern vor allem gegenüber uns selbst.
2
Der Preis der Anpassung
Im Gegensatz zu Tieren, die sich nach dem richten, was ihnen guttut, folgen wir Menschen Vorstellungen und Erwartungen, die vom Außen geprägt sind. Weil wir soziale Wesen sind und Zugehörigkeit brauchen, passen wir uns an. Schon Kinder lernen, Dinge zu tun, die ihnen nicht guttun, um die Liebe der Eltern nicht zu verlieren.
3
Kohärenz als Schlüssel zur Gesundheit
Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter lernfähig, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Wir müssen verstehen, was um uns herum geschieht, das Gefühl haben, es mitgestalten zu können, und es als sinnvoll empfinden. Dieser Zustand wird Kohärenz genannt – alles passt zusammen. Wenn wir jedoch in einer gehetzten Welt leben, in der wir nichts verstehen, nichts gestalten können und vieles sinnlos erscheint, bricht das eigene Gesundheitssystem zusammen.
4
Die Kraft der liebevollen Verbindung
Wer liebevoller mit sich selbst umgeht, verbindet sich wieder mit dem Lebendigen. Diese Haltung überträgt sich auch auf andere Menschen und die Natur. Wir befinden uns in einer Phase der Entwicklung, in der wir alle Suchende sind, und die zentrale Ausrichtung ist, dass wir voreinander zugeben: Niemand weiß, wie das Leben perfekt läuft.
Fazit
Gesundheit geht weit über körperliche Symptome hinaus. Lieblosigkeit – vor allem uns selbst gegenüber – macht tatsächlich krank. Wer hingegen achtsam mit den eigenen Bedürfnissen umgeht, schafft die Grundlage für ein kohärentes, gesundes Leben. Es geht nicht darum, die Welt zu retten oder Vorstellungen zu verwirklichen, sondern um eine grundlegende Haltung: liebevoller mit sich selbst zu sein. Diese innere Haltung ist keine Anordnung, die von außen kommen kann – sie muss aus dem eigenen Grundgefühl erwachsen. Es liegt an uns, wann wir erkennen wollen, auf was es wirklich im Leben ankommt.
Prof. Dr.
Gerald Hüther
Gerald Hüther ist Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung und einer der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands. Er studierte und forschte in Leipzig, Jena und ab 1979 am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. Von 2004 bis 2016 war er Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen, zuvor leitete er eine Forschungsabteilung an der psychiatrischen Klinik in Göttingen.
Hüther schreibt Sachbücher, hält Vorträge, organisiert Kongresse und berät Politiker und Unternehmer. Sein Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung in die Praxis zu übertragen und günstige Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potenziale zu schaffen. 2015 gründete er die Akademie für Potentialentfaltung und leitet sie als Vorstand.
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